Entstehung von Osteoporose
Die Knochen des Menschen befinden sich in einem ständigen Umbau- und Erneuerungsprozess, der maßgeblich durch die Geschlechtshormone Östrogen und Testosteron gesteuert wird. Sie regulieren beispielsweise die Kalziumaufnahme und wirken dem Knochenabbau entgegen. Etwa ab dem 35. Lebensjahr verlieren die Knochen nach und nach an Substanz, und die natürlichen Abbauprozesse überwiegen. Für den Knochenumbau verantwortlich sind zum einen die Osteoklasten (knochenabbauende Zellen), zum anderen die Osteoblasten (knochenaufbauende Zellen). Bei gesunden Menschen reguliert sich der Erneuerungsprozess des Knochens selbständig. Bei Patienten, die an Osteoporose leiden, wird die Knochenmasse aber über das normale Maß abgebaut.
Hormonelle Ursachen von Osteoporose
Lässt bei Frauen in den Wechseljahren die Funktion der Eierstöcke nach, sinkt auch der Anteil der Östrogene im Körper, die bisher dem Knochenabbau entgegengewirkt haben. Rund 30 Prozent aller Frauen in den Wechseljahren leiden daher unter Knochenschwund. Aber auch jüngere Frauen können betroffen sein, wenn bei ihnen beispielsweise die Eierstöcke entfernt werden mussten. Bei Männern, die anders als Frauen i. d. R. keine ausgeprägte Wechseljahrssymptomatik zeigen, hält die schützende Wirkung des männlichen Östrogens Testosteron viel länger vor. Bei ihnen entsteht daher meistens erst nach dem 70. Lebensjahr eine Osteoporose. Ein krankhafter Mangel an Geschlechtshormonen (Hypogonadismus) kann ebenso wie der altersbedingte Abfall des Hormonspiegels den Knochenschwund fördern.
Krankheiten als Ursache von Osteoporose
Ursache für eine sekundäre Osteoporose können verschiedene Krankheiten sein. Ist zum Beispiel der Hormonhaushalt gestört, wie bei einer Schilddrüsen-Überfunktion, so können die Hormone den für den Knochenbau wichtigen Kalziumhaushalt nicht mehr ausreichend regeln. Das Hormon Kortison kann sich z. B. negativ auf die Knochendichte auswirken, wenn es vom Körper vermehrt produziert oder als dauerhaftes Medikament bei einer Krankheit wie etwa rheumatoider Arthritis zugeführt wird. Bei einer Erkrankung des Magen-Darm-Traktes kann es zu einer verringerten Kalziumaufnahme über die Darmschleimhaut und somit zu einer Kalzium-Unterversorgung kommen. Ähnliches gilt für chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa, Morbus Crohn oder für Zöliakie. Auch Diabetes oder eine Steroidtherapie können die Entstehung von Osteoporose begünstigen. Vom Knochenschwund betroffen können außerdem Menschen sein, die zum Beispiel wegen einer Laktose-Intoleranz keine oder nur wenig Milchprodukte zu sich nehmen können.
Risikofaktoren bei Osteoporose
Neben dem Alter können auch mehrere andere Faktoren die Osteoporose begünstigen. Besonders gefährdet sind Menschen, bei denen die Krankheit bereits in der Familie aufgetreten ist, die langfristig hoch dosierte kortisonhaltige Medikamente einnehmen müssen oder deren Kalziumzufuhr nicht ausreichend ist. Zu den Risikogruppen gehören außerdem Personen, die an Untergewicht und Bewegungsmangel leiden und Frauen, die bereits vor ihrem 45. Lebensjahr in die Wechseljahre gekommen sind. Rauchen und übermäßiger Alkoholgenuss fördern das Auftreten des Knochenschwundes zusätzlich.
Kerstin Kraska-Lüdecke
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