Diagnose von Osteoporose
Im frühen Stadium, vor dem Auftreten von Knochenbrüchen und -verformungen, lässt sich die Osteoporose nur bedingt diagnostizieren. Erst im fortgeschrittenen Stadium, bei mehr als 30 % Knochenschwund, kann man die Krankheit deutlich beim Röntgen erkennen.
Diagnose im Frühstadium
Um eine mögliche Osteoporose festzustellen, wird beim Arztbesuch zunächst nach den Lebensgewohnheiten wie Rauchen und Bewegungsmangel sowie möglichen Risikofaktoren wie Vererbung oder etwaigen Vorerkrankungen gefragt. Außerdem wird die Sturzgefährdung des Patienten abgeschätzt, indem der Arzt z. B. nachfragt, ob Schlafmittel oder Antidepressiva eingenommen werden, die Stürze begünstigen. Bei einem begründeten Verdacht auf Osteoporose wendet der Arzt weitere diagnostischen Verfahren an. Dazu gehören die Knochendichtemessung (Osteodensitometrie) an der Lendenwirbelsäule und an der Hüfte. Mit diesem Verfahren, bei dem die Knochendichte ermittelt wird, kann in der Regel geklärt werden, ob eine Osteoporose vorliegt. Die Knochendichte kann aber selbst bei bereits an Osteoporose erkrankten Menschen normal sein und ist deshalb im Frühstadium schlecht ermittelbar. Auch eine Blutuntersuchung lässt im Frühstadium keine genauen Rückschlüsse zu, da sie ebenfalls bei bereits Erkrankten noch normale Werte ergeben kann.
Diagnose von Osteoporose im fortgeschrittenen Stadium
Ist die Entkalkung des Knochens bereits weit fortgeschritten und hat die Knochenmasse dadurch um mindestens 30 % abgenommen, ist der Knochenschwund durch das Röntgen eindeutig erkennbar. Im Röntgenbild sehen die von der Osteoporose betroffenen Knochen transparenter aus als gesunde Knochen. Es sind jetzt auch an der Wirbelsäule Grund- und Deckplattenbrüche der Wirbelkörper sowie verschiedene Verformungen sichtbar.
Bei einer geringen Knochendichte wird vom Arzt ebenfalls eine Blutuntersuchung angeordnet, um auszuschließen, dass eine andere Erkrankung vorliegt, die auf andere Art und Weise behandelt werden müsste. Bei der Erstellung des Blutbildes wird zudem die Nierenfunktion überprüft, die für die medikamentöse Behandlung der Osteoporose wichtig ist, denn viele der zu verordnenden Medikamente sind bei hochgradiger Nierenschwäche nicht zugelassen.
Risiko-Patienten
Bestimmte Menschen haben ein besonders hohes Knochenbruch-Risiko. Dieser Gruppe wird eine Osteoporose-Abklärung empfohlen. Dazu gehören allgemein Frauen ab 70 und Männer ab 80 Jahren und Personen jedes Alters, die länger als drei Monate hochdosiertes Kortison einnehmen mussten. Liegen die Krankheit begünstigende Faktoren wie Untergewicht, Rauchen, Brüche von Arm, Fuß, Bein, Rippen und Becken vor, hatten mindestens ein Elternteil einen Oberschenkelhalsbruch oder ist die Gehfähigkeit der Person stark eingeschränkt, dann wird eine Osteoporose-Abklärung bei Frauen ab 60 Jahren und bei Männern ab 70 Jahren empfohlen. Eine Osteoporose-Abklärung wird außerdem allen geraten, die an einer Überfunktion der Nebenniere oder der Nebenschilddrüse leiden, die mit Glitazonen bei Diabetes mellitus Typ 2 behandelt wurden oder die an rheumatoider Arthritis oder Epilepsieerkrankt sind.
Kerstin Kraska-Lüdecke
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