Osteoporose
Was ist Osteoporose?
Die Osteoporose, auch „Knochenschwund“ genannt, ist eine Volkskrankheit, die überwiegend Menschen im höheren Lebensalter betrifft. Bei dieser Erkrankung nimmt die Knochendichte durch übermäßig schnellen Abbau von Knochensubstanz und -struktur ab: Die Knochen werden porös und das Skelett verliert an Stabilität. Dies hat zur Folge, dass es schon bei kleinsten Belastungen wie leichten Stürzen oder beim Heben eines Gegenstandes zu Knochenbrüchen kommen kann. Die Krankheit kann das ganze Skelett oder auch nur einzelne Knochen betrifft.
Primäre Osteoporose
Die primäre Osteoporose, an der etwa 95 Prozent aller Betroffenen leiden, wird nach dem Zeitpunkt, an dem sie beginnt, in zwei Untergruppen gegliedert. Es handelt sich dabei um die postklimakterische Osteoporose, die bei Frauen häufig nach den Wechseljahren auftritt, und die Altersosteoporose, die Männer und Frauen etwa ab dem 70. Lebensjahr betrifft.
Sekundäre Osteoporose
Die sekundäre Osteoporose hat Erkrankungen als Ursache, bei denen der Stoffwechsel bzw. der Hormonhaushalt gestört sind. Dazu gehören z. B. rheumatische Erkrankungen, Diabetes mellitus sowie Schilddrüsenüberfunktion. Auch eine langfristige Einnahme von Medikamenten, wie zum Beispiel Kortisonpräparaten, oder der übermäßige Genuss von Alkohol und Nikotin können zur sekundären Osteoporose führen.
Verbreitete Knochenkrankheit
Osteoporose ist eine der häufigsten Knochenkrankheiten in Deutschland. Zwischen 20 und 40 Prozent der Frauen sind mit den Wechseljahren vom Knochenschwund betroffen, dagegen nur rund 12 Prozent der Männer. Knochenbrüche bei über 50jährigen haben bei Frauen zu einem Drittel, bei Männern zu einem Fünftel die Osteoporose als Ursache.
Symptome der Osteoporose
Die Osteoporose wird auch die „lautlose Krankheit“ genannt, weil oft Jahre vergehen, ehe man die ersten Beschwerden bekommt. In dieser Zeit ist die Knochenmasse nur vermindert und noch nicht porös. Die ersten Warnzeichen sind meistens starke und wiederkehrende Rückenschmerzen. Doch wird die Krankheit meistens erst dann erkannt, wenn bereits Knochenbrüche, zum Beispiel am Oberschenkelhals oder am Handgelenk, aufgetreten sind. Besonders häufig sind die Wirbelkörperbrüche, die von den Betroffenen oft für einen Hexenschuss oder Ischiasschmerzen gehalten werden. Aber diese Brüche sind nicht nur sehr schmerzhaft, sondern haben auch langfristige Folgen, wie die Ausbildung eines Rundrückens, eine starke Krümmung der Lendenwirbelsäule nach vorne und eine Verringerung der Körpergröße von bis zu 20 Zentimetern. Zusätzlich zu dem Rückenschmerz können auch Kopf- und Muskelschmerzen auftreten. Betroffene nehmen im Verlauf der Krankheit oft eine Schonhaltung ein, um die durch den Knochenschwund entstandenen Beschwerden zu lindern. Dies führt wiederum zu schmerzhaften Muskelverspannungen. Patienten, die bereits mehrere Jahre unter Osteoporose leiden, sind meistens in ihrem Alltag stark eingeschränkt und auf Hilfe angewiesen. Ein Arzt kann mit einer gezielten Untersuchung, wie einer Knochendichtemessung, eine Osteoporose und den Schweregrad der Erkrankung feststellen.
Kerstin Kraska-Lüdecke